Sozialwahl 2017

Vor einigen Tagen flatterte ein roter Brief in meine Wohnung, darauf stand „Briefwahl Sozialversicherung“. Ich war zuerst ziemlich verduzt, als politisch interessierter Mensch kenne ich eigentlich alle Möglichkeiten ein Blatt Papier in eine Urne zu werfen aber von dieser Wahl hatte ich noch nie etwas gehört.

Also habe ich mir mein Notebook geschnappt und mich im Netz informiert. Meine Erkenntnisse möchte ich gerne mit euch teilen.

 

 

Was ist diese Sozialwahl?

Nun es sieht so aus: Die Träger der gesetzlichen Krankenkasse, also beispielsweise die Barmer, die hkk oder auch die Rentenversicherung sind demokratisch organisiert. Das wird über ein ehrenamtliches Parlament geregelt, welches alle 6 Jahre gewählt wird. Dieses Parlament besteht aus bis zu 30 Personen und teilt sich in Mitglieder- und Arbeitgebervertreter. Die genaue Verteilung der beiden variiert von Kasse zu Kasse, bei der hkk stellen die Mitglieder und die Arbeitgeber jeweils 9 Sitze, bei der Barmer hingegen ist die Verteilung bei 27/3.

Eine kleine Übersicht. Quelle ist https://www.sozialwahl.de/presse/infografiken-logo/

Die Aufgaben und Rechte des Parlaments gestalten sich vielfältig:

  • wählt und kontrolliert den Vorstand
  • besetzt die Wiederspruchsausschüsse
  • beschließt den Haushalt
    • unter anderem den Leistungskatalog
    • Zusatzleistungen
  • legt Zusatzbeiträge fest

Das Wahlverfahren ist dabei eine einfache Verhältniswahl. Mitglieder können eine Liste gründen und diese zur Wahl anmelden. Jeder Wahlberechtigte hat dann eine Stimme und kann diese vergeben. Die Sitze werden dann nach Stimmanteilen vergeben.

Eventuell hast du dich schon zu Beginn des Textes gefragt warum du nie so einen Brief bekommen hast. Es kann gut sein, dass es bei deiner Krankenkasse eine „Friedenswahl“ gibt. Ist die Anzahl der Bewerber für das Parlament geringer als die Anzahl der Sitze im Parlament gelten alle Kandidaten direkt als gewählt. Es findet dann kein Wahlgang statt, dementsprechend erhält auch niemand einen Brief.

Finden sich nicht genügend Bewerber, dann halte ich dieses Verfahren für durchaus sinnvoll. Sollten sich die einzelnen Akteure jedoch untereinander absprechen um eine Friedenswahl zu provozieren wäre das in meinen Augen problematisch.

Meine Wahlentscheidung

Da ich überzeugter Demokrat bin und es nicht selbstverständlich ist, dass man über solche wichtigen Dinge abstimmen kann (eigentlich ist es sogar einmalig, dass ein Land das so handhabt) wollte ich natürlich auch eine informierte Entscheidung treffen. Es stört mich schon länger, dass die hkk homöopatische Anwendungen bezahlt. Also schrieb ich den Listen eine kurze Mail um nachzuhaken, wie diese zu dem Thema stehen.

 

Zur Wahl bei der hkk stehen:

 

Meine Anfrage:

Guten Tag,
meine Name ist Felix Wöstmann und ich versuche gerade meine Wahlentscheidung für die Sozialwahl zu treffen.
Aus diesem Grund interessiert mich ihre Position zu der Übernahme von Homöopathie durch die Krankenkasse.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir das mitteilen könnten.
Gerne würde ich ihre Antworten nutzen um über die Sozialwahl auf meinem Blog zu schreiben. Bitte teilen Sie mir mit ob das ok wäre.

Schönen Tag noch!

Mit freundlichem Gruß Felix Wöstmann

Antworten:


Liste 1 – hkk Gemeinschaft:

Sehr geehrter Herr Wöstmann,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Wahlentscheidung Sozialwahl 2017 und Ihrer zusätzlichen Frage zur Homöopathie.

Die hkk übenimmt 100,00 € im Kalenderjahr für diesbezügliche Leistungen.
Dies können Sie in der hkk-Satzung nachlesen.
Link: http://www.hkk.de/main/leistungen/allgemeines/alle_leistungen_von_a_z/

Gern können Sie diese hkk-Satzungsleistung in Ihrem Blog aufnehmen.

 

Nachfrage:

Guten Tag und vielen Dank für die schnelle Antwort!

Da sie ja zur Wahl stehen würde mich aber vor allem interessieren ob Sie etwas an diesem Betrag ändern wollen und wie sie generell zur kosten Übernahme von Homöopathie stehen

 

Antwort:

Sehr geehrter Herr Wöstmann,

ergänzend teile ich Ihnen wunschgemäß mit, dass die in der hkk-Satzung geregelte jährliche Kostenbeteiligung durch uns, die hkkg-Verwaltungsratsmitglieder/innen, verabschiedet wurde.Sie können daraus erkennen, dass die hkkg homöopathischen Behandlungen positiv gegenüber steht.Ein weiterer Ausbau dieser Kostenübernahme ist zur Zeit nicht geplant, für die Zukunft jedoch nicht ausgeschlossen. Zu beschließen wäre es dann durch den neu gewählten Verwaltungsrat.Ich kann Ihnen versichern, dass sich die hkkg in der Vergangenheit für alle in der hkk-Satzung geregelten Zusatzleistungen eingesetzt hat und auch weiterhin einsetzen wird.Insofern wünsche ich Ihnen jetzt eine „gute“ Wahlentscheidung.


Liste 2 – bfA DRV:

Hallo Herr Wörstmann,

Homöopathie ist eine satzungsgemäße Zusatzleistung der hkk. Dies wird von der BfA DRV Gemeinschaft befürwortet.
Allerdings befürworten wir auch eine Deckelung (Bonusprogramme) der Zusatzleistungen um den Zusatz-Beitragssatz
der Krankenkasse attraktiv zu halten.


Liste 3 – verdi:

Hallo Herr Wöstmann, die hkk übernimmt die Kosten für ärztlich verschriebene homöopathische Mittel. Allerdings ist der jährliche Betrag dafür gedeckelt. Wir treten für eine Änderung, eine Anhebung der Deckelung , ein.


Liste 4 – DGB:

Bisher leider keine Antwort.

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Ende

Leider habe ich durch meine Fragerei nicht die erhoffte Antwort erhalten und so richtig weitergebracht hat mich das nicht. Ich hoffe aber euch hat dieser kleine Beitrag trotzdem gefallen, wenn ihr mehr über das Thema erfahren wollt gibt es auf sozialwahl.de eine wirklich gelungene und informative Seite und auf sozialwahl.watch kann man seinen Vertretern sehr einfach Fragen stellen.

 

 

Ein Gedanke zu „Sozialwahl 2017

  1. Welche Liste hast du denn am Ende gewählt?

    Du hast vergessen, die Liste ver.di als Überschrift zu formatieren 😉

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